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Lexikon · MKG-Chirurgie

Aufbissschiene: Schutz für Zähne und Kiefergelenk

Aufbissschiene: Eine Aufbissschiene ist eine individuell aus medizinischem Kunststoff gefertigte Zahnschiene, die auf Ober- oder Unterkiefer aufgesetzt wird. Sie dient dem Schutz der Zähne vor Abrieb, kann Kaumuskulatur und Kiefergelenk entlasten und wird vor allem bei Bruxismus und CMD eingesetzt.

Ihr erster Überblick

Nächtliches Zähneknirschen, morgendlicher Kieferdruck oder wiederkehrende Spannungskopfschmerzen deuten auf eine Fehlbelastung des Kausystems hin. Die Schiene schützt die Zahnhartsubstanz vor weiterem Abrieb und unterstützt das Zusammenspiel von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenk. Als Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen begleiten wir Sie von der Funktionsdiagnostik bis zur individuell angefertigten Schiene.

Wann ist eine Schiene sinnvoll?

Typische Indikationen im Überblick
  • Bruxismus: nächtliches Zähneknirschen und Zähnepressen
  • CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion mit Kiefergelenksbeschwerden
  • Fehlbelastung der Kaumuskulatur mit Verspannungen und Kopfschmerzen
  • Schutz der Zahnhartsubstanz vor fortschreitendem Abrieb

Bruxismus, unbewusstes Knirschen und Pressen, tritt überwiegend nachts auf. Die Folgen können Abrieb der Kauflächen, empfindliche Zähne und morgendliche Verspannungen umfassen. Die Schiene legt sich als unterstützende Ebene zwischen Ober- und Unterkiefer. Sie kann die Krafteinwirkung aufnehmen. Die Schiene legt sich als unterstützende Ebene zwischen Ober- und Unterkiefer, nimmt die Krafteinwirkung auf und schützt so den Zahnschmelz, während die Kaumuskulatur entlastet wird.

Wann ist eine Aufbissschiene sinnvoll? Vier Indikationen Wann ist eine Aufbissschiene sinnvoll? Vier häufige Indikationen aus der MKG-Praxis Bruxismus (Zähneknirschen und Zähnepressen) Nächtliches Knirschen oder Pressen belastet Zahnsubstanz und Kiefer- gelenke. Die Schiene schützt vor weiterem Abrieb. CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) Fehlfunktion von Kiefer, Muskeln und Kiefergelenken. Die Schiene entlastet das Gelenk und entspannt die Kaumuskulatur. Kiefergelenksschmerzen (Gelenkschmerz / Gelenkknacken) Knacken, Schmerzen oder eingeschränkte Mundöffnung sind typische Zeichen einer Gelenk- fehlbelastung. Kopf- und Nackenschmerzen (durch Kaumuskel-Fehlspannung) Überlastete Kaumuskeln strahlen Schmerzen in Schläfe, Nacken und Schultern aus. Eine Schiene kann die Spannung reduzieren. Individuelle Diagnose durch Funktionsdiagnostik erforderlich · doc-wiley.de
Vier typische Indikationen: von Bruxismus über CMD bis zu Kopfschmerzen durch Kaumuskelspannung.

Bei einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), einer Fehlfunktion des Kausystems, bei der Zähne, Muskulatur und Kiefergelenke nicht harmonisch zusammenarbeiten, reichen Beschwerden von Ohrgeräuschen und Gesichtsschmerzen bis zu eingeschränkter Mundöffnung. Eine sorgfältig eingestellte Schiene kann die Bisslage unterstützen und dem Kausystem eine entspanntere Position ermöglichen. Konfektionsschienen aus dem Handel sind kein Ersatz: Ohne Funktionsdiagnostik bleibt eine gestörte Okklusion – das Zusammentreffen der Zahnreihen beim Biss – unbehandelt.

Beratung · unverbindlich Morgendlicher Kieferdruck, Verspannungen oder Zähneknirschen im Schlaf? Im Beratungsgespräch klären wir, ob eine Aufbissschiene die richtige Maßnahme für Sie ist.

Arten und Kosten im Überblick

Die wichtigsten Schienentypen
  • Knirscherschiene (Michigan-Schiene): harte Kunststoffschiene zur Unterstützung bei Bruxismus
  • CMD-Repositionierungsschiene: kann das Kiefergelenk in eine unterstützend entlastete Position führen
  • Diagnostische Schiene: dient der Funktionsdiagnostik vor einer definitiven Therapieentscheidung

Die Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen ist an Voraussetzungen geknüpft, zum Beispiel an einen nachgewiesenen Bruxismus oder eine diagnostizierte CMD. Privat liquidierte Schienen sowie Zuzahlungen variieren je nach Schienentyp und Komplexität der Anfertigung. Im Beratungsgespräch erläutern wir Ihnen transparent, welche Kosten entstehen und in welchem Umfang Ihre Krankenkasse sich beteiligt.

Der Schienentyp richtet sich nach der Diagnose. Knirscherschienen bestehen aus hartem Kunststoff und dienen dem Schutz der Kauflächen vor Abrieb. Repositionierungsschienen, Schienen, die den Unterkiefer gezielt in eine unterstützend entspannte Gelenkposition führen, kommen bei CMD zum Einsatz. Die Entscheidung, welche Variante therapeutisch sinnvoll ist, trifft der Facharzt nach Auswertung der Funktionsdiagnostik.

Herstellung und Anpassung in unserer Praxis

Der Behandlungsablauf im Überblick
  • Ausführliche Funktionsdiagnostik von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenk
  • Präzise Abdrucknahme beziehungsweise digitale Erfassung des Kiefers
  • Individuelle Fertigung der Schiene aus medizinischem Kunststoff
  • Einprobe mit Okklusionskontrolle und Feinjustierung
  • Nachsorgetermine zur Kontrolle des Behandlungserfolgs
Behandlung in der DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm
Behandlung in der DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm.

Funktionsdiagnostik und Abdrucknahme

Am Anfang steht die Funktionsdiagnostik: Wir erfassen Zahnkontakte, tasten die Kaumuskulatur ab und prüfen die Beweglichkeit der Kiefergelenke. Nur auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, welcher Schienentyp therapeutisch passt und in welcher Position der Kiefer unterstützt werden soll.

Nach der Abdrucknahme fertigt das Labor die Schiene aus medizinischem Kunststoff. Sie wird millimetergenau auf Ihre Kiefergeometrie und Bisslage abgestimmt, Sie wird millimetergenau auf Ihre Kiefergeometrie und Bisslage abgestimmt, individuell und ohne Kompromisse.

Bei der Einprobe schleifen wir die Schiene so ein, dass die Biss-Kontakte (Okklusion) gleichmäßig verteilt sind. Erfahrungsgemäß sind nach einigen Wochen Tragezeit kleine Nachjustierungen nötig, weil sich Muskulatur und Bissposition unter Therapie verändern können.

Wir entwickeln das Behandlungskonzept in enger Kooperation mit Ihrer Zahnarztpraxis. Bei Bedarf binden wir physiotherapeutische Begleitung ein. Mehr über die technische Ausstattung unserer Praxisklinik erfahren Sie auf der Seite zu unserer Diagnostik.

Ihr Weg zur individuellen Schiene: 4 Schritte

  1. 01

    Erstgespräch und Funktionsdiagnostik

    Im Beratungsgespräch erfassen wir Ihre Beschwerden: Kieferschmerzen, Kopfschmerzen, Zähneknirschen oder Schlafprobleme. Eine Funktionsdiagnostik klärt, ob Bruxismus oder eine CMD vorliegt und ob die Schiene die geeignete Maßnahme ist.

    Dauer ca. 30 – 45 Minuten
  2. 02

    Kieferabdruck und Laboranfertigung

    Wir nehmen einen präzisen Abdruck Ihrer Zahnbögen. Das Labor stellt die Schiene aus medizinischem Kunststoff her, abgestimmt auf Ihre Kiefergeometrie und Bisslage.

    Laborzeit ca. 1 – 2 Wochen
  3. 03

    Einprobe und Okklusionskontrolle

    Beim Einprobetermin prüfen wir Sitz und Passung. Wir kontrollieren den Biss an allen Zähnen gleichmäßig und nehmen feine Korrekturen direkt am Stuhl vor.

    Dauer ca. 20 – 30 Minuten
  4. 04

    Tragehinweise und Nachsorge

    Sie erhalten klare Hinweise zur Tragedauer, in der Regel nächtlich, und zur Reinigung der Schiene. Kontrolltermine sichern den dauerhaften Behandlungserfolg.

    Kontrolltermine nach 4 – 6 Wochen

Grenzen der Schienentherapie

Eine Schiene dient dem Schutz von Zähnen und kann das Kiefergelenk unterstützend entlasten, sie beseitigt jedoch keine Ursachen. Bei Bruxismus, der ausschließlich auf psychische Belastung zurückgeht, bleibt die Wirkung auf den Zahnschutz begrenzt. Eine begleitende Stressbehandlung oder Verhaltenstherapie kann dann sinnvoll sein.

Sitzt eine Schiene nicht exakt, kann sie neue Fehlbelastungen erzeugen. Deshalb gehört die Kontrolle der Okklusion nach der Einprobe zum Behandlungsstandard. Bei ausgeprägten Kiefergelenksveränderungen sind weiterführende Therapien nötig, die über die Schienenversorgung hinausgehen: etwa Physiotherapie oder, bei entsprechendem Befund, ein chirurgischer Eingriff. Weitere Leistungen unserer Praxisklinik finden Sie unter Oralchirurgie.

Aufbissschiene

Was Patienten uns zur Aufbissschiene fragen.

Häufige Fragen

Fragen zur Aufbissschiene in Neu-Ulm.

    Was ist der Unterschied zwischen Aufbissschiene und Knirscherschiene?

    Beide Begriffe werden im Alltag synonym verwendet. Fachlich ist die Knirscherschiene eine Untergruppe der Aufbissschiene, die speziell dazu dient, den Zahnabrieb bei Bruxismus zu verhindern. Schienen im weiteren Sinne umfassen auch CMD-Repositionierungsschienen, die den Unterkiefer in eine entlastete Gelenkposition führen, sowie Schienen zur Funktionsdiagnostik.

    Wie lange trägt man eine Aufbissschiene?

    Die Schiene wird meist nachts getragen, da Zähneknirschen überwiegend im Schlaf auftritt. Die Therapiedauer richtet sich nach der Diagnose: Bei chronischem Bruxismus kann eine dauerhafte nächtliche Nutzung sinnvoll sein. CMD-Schienen werden über einen definierten Behandlungszeitraum getragen und regelmäßig neu justiert.

    Was kostet eine Aufbissschiene?

    Die Kosten hängen vom Schienentyp und der Komplexität der Anfertigung ab. Gemäß den Leistungskatalogen der gesetzlichen Krankenkassen sind Zuschüsse unter bestimmten Voraussetzungen möglich: etwa bei nachgewiesenem Bruxismus oder diagnostizierter CMD. Zu Ihrer individuellen Kostensituation beraten wir Sie gern im persönlichen Gespräch. Vereinbaren Sie dazu einen Termin bei unseren Fachärzten.

    Wer verschreibt eine Aufbissschiene, Zahnarzt oder Kieferchirurg?

    Eine Schiene kann vom Zahnarzt wie auch vom Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie verordnet und angefertigt werden. Bei komplexeren Beschwerdebildern mit CMD, Kiefergelenksveränderungen oder unklarer Diagnose profitieren Sie von der fachärztlichen Perspektive. Vereinbaren Sie dazu gern einen Termin in unserer Praxisklinik.

Behandlungsraum der DOC Praxisklinik im Wiley in Neu-Ulm
DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm

Fachpraxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Sprechzeiten telefonisch: Mo, Mi 08:00–13:00 & 14:00–18:00 Uhr · Di 08:00–14:00 & 15:00–20:00 Uhr · Do 08:00–14:00 & 15:00–20:00 Uhr · Fr 08:00–12:00 & 13:00–16:00 Uhr

Weitere Informationen: MKG-Chirurgie · Unsere Ärzte

Empfangsbereich der DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm.

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Ihre Aufbissschiene in erfahrenen Händen.

Als MKG-Fachärzte begleiten wir Sie von der Funktionsdiagnostik bis zur individuell angefertigten Schiene — aus einer Hand in Neu-Ulm.