Ihr erster Überblick
Nächtliches Zähneknirschen, morgendlicher Kieferdruck oder wiederkehrende Spannungskopfschmerzen deuten auf eine Fehlbelastung des Kausystems hin. Die Schiene schützt die Zahnhartsubstanz vor weiterem Abrieb und unterstützt das Zusammenspiel von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenk. Als Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen begleiten wir Sie von der Funktionsdiagnostik bis zur individuell angefertigten Schiene.
Wann ist eine Schiene sinnvoll?
- Bruxismus: nächtliches Zähneknirschen und Zähnepressen
- CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion mit Kiefergelenksbeschwerden
- Fehlbelastung der Kaumuskulatur mit Verspannungen und Kopfschmerzen
- Schutz der Zahnhartsubstanz vor fortschreitendem Abrieb
Bruxismus, unbewusstes Knirschen und Pressen, tritt überwiegend nachts auf. Die Folgen können Abrieb der Kauflächen, empfindliche Zähne und morgendliche Verspannungen umfassen. Die Schiene legt sich als unterstützende Ebene zwischen Ober- und Unterkiefer. Sie kann die Krafteinwirkung aufnehmen. Die Schiene legt sich als unterstützende Ebene zwischen Ober- und Unterkiefer, nimmt die Krafteinwirkung auf und schützt so den Zahnschmelz, während die Kaumuskulatur entlastet wird.
Bei einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), einer Fehlfunktion des Kausystems, bei der Zähne, Muskulatur und Kiefergelenke nicht harmonisch zusammenarbeiten, reichen Beschwerden von Ohrgeräuschen und Gesichtsschmerzen bis zu eingeschränkter Mundöffnung. Eine sorgfältig eingestellte Schiene kann die Bisslage unterstützen und dem Kausystem eine entspanntere Position ermöglichen. Konfektionsschienen aus dem Handel sind kein Ersatz: Ohne Funktionsdiagnostik bleibt eine gestörte Okklusion – das Zusammentreffen der Zahnreihen beim Biss – unbehandelt.
Beratung · unverbindlich Morgendlicher Kieferdruck, Verspannungen oder Zähneknirschen im Schlaf?Arten und Kosten im Überblick
- Knirscherschiene (Michigan-Schiene): harte Kunststoffschiene zur Unterstützung bei Bruxismus
- CMD-Repositionierungsschiene: kann das Kiefergelenk in eine unterstützend entlastete Position führen
- Diagnostische Schiene: dient der Funktionsdiagnostik vor einer definitiven Therapieentscheidung
Die Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen ist an Voraussetzungen geknüpft, zum Beispiel an einen nachgewiesenen Bruxismus oder eine diagnostizierte CMD. Privat liquidierte Schienen sowie Zuzahlungen variieren je nach Schienentyp und Komplexität der Anfertigung. Im Beratungsgespräch erläutern wir Ihnen transparent, welche Kosten entstehen und in welchem Umfang Ihre Krankenkasse sich beteiligt.
Der Schienentyp richtet sich nach der Diagnose. Knirscherschienen bestehen aus hartem Kunststoff und dienen dem Schutz der Kauflächen vor Abrieb. Repositionierungsschienen, Schienen, die den Unterkiefer gezielt in eine unterstützend entspannte Gelenkposition führen, kommen bei CMD zum Einsatz. Die Entscheidung, welche Variante therapeutisch sinnvoll ist, trifft der Facharzt nach Auswertung der Funktionsdiagnostik.
Herstellung und Anpassung in unserer Praxis
- Ausführliche Funktionsdiagnostik von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenk
- Präzise Abdrucknahme beziehungsweise digitale Erfassung des Kiefers
- Individuelle Fertigung der Schiene aus medizinischem Kunststoff
- Einprobe mit Okklusionskontrolle und Feinjustierung
- Nachsorgetermine zur Kontrolle des Behandlungserfolgs

Funktionsdiagnostik und Abdrucknahme
Am Anfang steht die Funktionsdiagnostik: Wir erfassen Zahnkontakte, tasten die Kaumuskulatur ab und prüfen die Beweglichkeit der Kiefergelenke. Nur auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, welcher Schienentyp therapeutisch passt und in welcher Position der Kiefer unterstützt werden soll.
Nach der Abdrucknahme fertigt das Labor die Schiene aus medizinischem Kunststoff. Sie wird millimetergenau auf Ihre Kiefergeometrie und Bisslage abgestimmt, Sie wird millimetergenau auf Ihre Kiefergeometrie und Bisslage abgestimmt, individuell und ohne Kompromisse.
Bei der Einprobe schleifen wir die Schiene so ein, dass die Biss-Kontakte (Okklusion) gleichmäßig verteilt sind. Erfahrungsgemäß sind nach einigen Wochen Tragezeit kleine Nachjustierungen nötig, weil sich Muskulatur und Bissposition unter Therapie verändern können.
Wir entwickeln das Behandlungskonzept in enger Kooperation mit Ihrer Zahnarztpraxis. Bei Bedarf binden wir physiotherapeutische Begleitung ein. Mehr über die technische Ausstattung unserer Praxisklinik erfahren Sie auf der Seite zu unserer Diagnostik.
Ihr Weg zur individuellen Schiene: 4 Schritte
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01
Erstgespräch und Funktionsdiagnostik
Im Beratungsgespräch erfassen wir Ihre Beschwerden: Kieferschmerzen, Kopfschmerzen, Zähneknirschen oder Schlafprobleme. Eine Funktionsdiagnostik klärt, ob Bruxismus oder eine CMD vorliegt und ob die Schiene die geeignete Maßnahme ist.
Dauer ca. 30 – 45 Minuten -
02
Kieferabdruck und Laboranfertigung
Wir nehmen einen präzisen Abdruck Ihrer Zahnbögen. Das Labor stellt die Schiene aus medizinischem Kunststoff her, abgestimmt auf Ihre Kiefergeometrie und Bisslage.
Laborzeit ca. 1 – 2 Wochen -
03
Einprobe und Okklusionskontrolle
Beim Einprobetermin prüfen wir Sitz und Passung. Wir kontrollieren den Biss an allen Zähnen gleichmäßig und nehmen feine Korrekturen direkt am Stuhl vor.
Dauer ca. 20 – 30 Minuten -
04
Tragehinweise und Nachsorge
Sie erhalten klare Hinweise zur Tragedauer, in der Regel nächtlich, und zur Reinigung der Schiene. Kontrolltermine sichern den dauerhaften Behandlungserfolg.
Kontrolltermine nach 4 – 6 Wochen
Grenzen der Schienentherapie
Eine Schiene dient dem Schutz von Zähnen und kann das Kiefergelenk unterstützend entlasten, sie beseitigt jedoch keine Ursachen. Bei Bruxismus, der ausschließlich auf psychische Belastung zurückgeht, bleibt die Wirkung auf den Zahnschutz begrenzt. Eine begleitende Stressbehandlung oder Verhaltenstherapie kann dann sinnvoll sein.
Sitzt eine Schiene nicht exakt, kann sie neue Fehlbelastungen erzeugen. Deshalb gehört die Kontrolle der Okklusion nach der Einprobe zum Behandlungsstandard. Bei ausgeprägten Kiefergelenksveränderungen sind weiterführende Therapien nötig, die über die Schienenversorgung hinausgehen: etwa Physiotherapie oder, bei entsprechendem Befund, ein chirurgischer Eingriff. Weitere Leistungen unserer Praxisklinik finden Sie unter Oralchirurgie.

