Termin online buchenWhatsApp
Lexikon · MKG-Chirurgie

CMD – Craniomandibuläre Dysfunktion: Symptome, Ursachen und Behandlung

CMD: Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist eine Fehlfunktion des Kausystems mit gestörtem Zusammenspiel von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zahnkontakten. Typische Beschwerden können Kieferschmerzen, Kiefergelenkknacken, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und Tinnitus sein. Die Behandlung reicht von Aufbissschiene und Physiotherapie bis zu kieferchirurgischen Eingriffen am Kiefergelenk, sofern diese im Einzelfall medizinisch angezeigt sind.
Anatomische Darstellung des Kiefergelenks bei Craniomandibulärer Dysfunktion
Das Kiefergelenk verbindet Unterkiefer und Schädelbasis. Erkrankungen oder Funktionsstörungen können mit Beschwerden im Kopf-Hals-Bereich einhergehen.

Ihr erster Überblick

Viele Patienten kommen zu uns mit unklaren Kiefer- und Kopfschmerzen, morgendlichen Verspannungen oder Ohrgeräuschen, ohne dass sie einen Zusammenhang zum Kiefergelenk vermuten. Genau dieses Zusammenspiel aus Kaumuskulatur, Zahnkontakten und Kiefergelenken steht bei der Craniomandibulären Dysfunktion im Mittelpunkt. Als Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit doppelter Ausbildung in Humanmedizin und Zahnmedizin begleiten wir Sie von der Diagnose über die konservative Schienentherapie bis hin zu chirurgischen Eingriffen am Kiefergelenk entsprechend dem individuellen Befund.

Was ist CMD?

Die Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, bezeichnet eine Fehlfunktion im Zusammenspiel zwischen Schädel (Cranium), Unterkiefer (Mandibula) und den zugehörigen Kiefergelenken. Der Begriff fasst alle Störungen zusammen, die aus einer gestörten Kaufunktion resultieren, vom schmerzhaften Kiefergelenk bis zur verspannten Kaumuskulatur. Im englischsprachigen Raum wird die Erkrankung als TMD (Temporomandibular Disorder) bezeichnet.

CMD auf einen Blick
  • Fehlfunktion des Kausystems mit Beteiligung von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zahnkontakten
  • Multifaktorielle Ursachen: Bruxismus, Okklusionsstörungen, Stress, Trauma, Haltung
  • Beschwerden können weit über den Kiefer hinausgehen und Kopf, Nacken sowie Ohren betreffen.
  • Behandlung meist konservativ; in ausgewählten Fällen kann ein kieferchirurgischer Eingriff geprüft werden.
  • Interdisziplinäre Betreuung durch MKG-Chirurgen, Zahnarzt, Kieferorthopäden und Physiotherapeuten

Das Kiefergelenk ist eines der komplexesten Gelenke des menschlichen Körpers. Ein zwischengelagerter Diskus (Gelenkscheibe) sorgt dafür, dass sich der Unterkiefer beim Sprechen, Kauen und Schlucken bewegen kann. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht, etwa durch einen ungünstigen Zahnkontakt, chronische Anspannung oder eine Verletzung, kann die Kaumuskulatur mit Überlastung reagieren.

Aus fachlicher Sicht der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist die Erkrankung kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein Symptomkomplex. Das kann erklären, warum Betroffene häufig eine lange Odyssee hinter sich haben, bevor die richtige Diagnose gestellt wird.

Symptome: Kieferschmerzen, Kopfschmerzen und Tinnitus

Die Symptome einer Craniomandibulären Dysfunktion können über den Kiefer hinausgehen. Weil Kiefergelenk, Kaumuskulatur, Halsmuskulatur und Nerven im Kopfbereich eng verbunden sind, können sich Beschwerden auch in Regionen zeigen, die zunächst nicht mit dem Kausystem in Verbindung gebracht werden.

Typische Symptome der Craniomandibulären Dysfunktion
  • Schmerzen im Kiefergelenk vor dem Ohr, besonders beim Kauen oder Gähnen
  • Knacken, Reiben oder Knirschgeräusche des Kiefergelenks
  • Eingeschränkte Mundöffnung oder blockiertes Gelenk
  • Verspannungen der Kau- und Schläfenmuskulatur
  • Kopfschmerzen, besonders morgens oder im Schläfenbereich
  • Nacken- und Schulterverspannungen
  • Ohrgeräusche (Tinnitus), Ohrendruck oder Schwindel
  • Zahnschmerzen ohne erkennbaren Zahnbefund
  • Abgeriebene Zahnflächen durch nächtliches Knirschen (Bruxismus)

Eine verspannte oder überlastete Kaumuskulatur kann mit Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich verbunden sein. Ohrgeräusche, Ohrendruck oder Schwindel können ebenfalls auftreten, haben jedoch auch andere mögliche Ursachen.

Nicht jedes Kiefergelenkknacken ist behandlungsbedürftig. Werden Geräusche von Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder den beschriebenen Fernsymptomen begleitet, ist eine gezielte Abklärung sinnvoll. Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen wie Trigeminusneuralgie, Migräne oder Spannungskopfschmerz, die ähnliche Beschwerden verursachen, aber eine andere Therapie erfordern.

CMD-Symptomcheck

Bitte wählen Sie die Aussage, die Ihre aktuelle Situation am besten beschreibt. Dieser Check ersetzt keine ärztliche Diagnose.

Welche Beschwerden bemerken Sie am häufigsten?
Typische Zeichen am Kiefergelenk Schmerzen und Geräusche im Kiefergelenk gehören zu den klassischen Leitsymptomen einer Craniomandibulären Dysfunktion. Oft steckt eine Diskusverlagerung oder eine muskuläre Dysbalance dahinter. Ein Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie kann durch eine gezielte Funktionsanalyse klären, welche Therapie sinnvoll ist. Wir empfehlen, zeitnah einen Termin zu vereinbaren.
Mögliche Fernsymptome einer unerkannten Kiefergelenkstörung Kopfschmerzen, Schläfendruck und Nackenverspannungen werden selten mit dem Kiefer in Verbindung gebracht, sind aber ein bekanntes Muster. Die Kaumuskulatur ist anatomisch eng mit Schädelknochen, Nacken und Schulter verbunden. Besteht seit Wochen keine Besserung, lohnt sich eine Funktionsdiagnostik beim MKG-Chirurgen oder Zahnarzt.
Bruxismus als häufiger Auslöser Nächtliches Zähneknirschen oder -pressen (Bruxismus) ist einer der häufigsten Auslöser einer Craniomandibulären Dysfunktion. Die anhaltende Überbelastung schadet Kaumuskulatur, Kiefergelenk und Zahnsubstanz. Eine Aufbissschiene kann die unmittelbare Belastung reduzieren. Sprechen Sie uns gerne auf eine klinische Funktionsanalyse an.
Aktuell kein dringender Handlungsbedarf Wenn Sie keine oder nur sehr leichte Beschwerden haben, besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Achten Sie auf Warnsignale: neu auftretende Kiefergeräusche, morgendliche Kieferschmerzen oder anhaltende Kopfschmerzen ohne klare Ursache. Bei Veränderungen steht Ihnen unsere Praxis für eine Beratung zur Verfügung.
Diagnostik · unverbindlich Ihre Beschwerden lassen sich schwer einordnen? Vereinbaren Sie einen Termin zur individuellen Kiefergelenk-Diagnostik in unserer Praxisklinik. Wir klären ab, welche Untersuchungen erforderlich sind und welche Behandlungsmöglichkeiten zu Ihrem Befund passen können.

Ursachen der Craniomandibulären Dysfunktion

Die Ursachen einer Craniomandibulären Dysfunktion sind multifaktoriell. Selten ist ein einzelner Auslöser verantwortlich. Gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) wirken meist mehrere Faktoren zusammen und können die Anpassungsfähigkeit des Kausystems beeinflussen.

Schematisches Diagramm zeigt wie Stress, Bruxismus und Zahnfehlstellung als Ursachen eine CMD auslösen können.
Schematisches Diagramm zeigt wie Stress, Bruxismus und Zahnfehlstellung als Ursachen eine CMD auslösen können.

Okklusale Faktoren

Ein gestörter Zahnkontakt kann eine Rolle spielen. Kleine Vorkontakte durch eine zu hohe Krone, eine Zahnfehlstellung, verlorene Seitenzähne oder einen schlecht sitzenden Zahnersatz können dazu führen, dass der Unterkiefer seine Bewegungsbahn verändert. Die Muskulatur kann darauf mit erhöhter Anspannung reagieren.

Bruxismus und Stress

Zähneknirschen und Zähnepressen, vor allem nachts, können Muskulatur und Kiefergelenk belasten. Stress kann dabei ein verstärkender Faktor sein. Wer unter Anspannung steht, verarbeitet diese möglicherweise unbewusst über die Kaumuskulatur. So können Stress, Bruxismus und Kiefergelenkbeschwerden einen sich selbst verstärkenden Kreislauf bilden.

Trauma und Haltung

Unfälle, Schleudertraumata, Kieferbrüche oder auch länger dauernde zahnärztliche Eingriffe mit weit geöffnetem Mund können ein Kiefergelenk beeinträchtigen. Auch die Körperhaltung spielt möglicherweise eine Rolle: Fehlhaltungen der Halswirbelsäule können über muskuläre Zusammenhänge mit Beschwerden im Kausystem verbunden sein.

Wechselwirkungen der Auslöser

Entscheidend ist häufig das Zusammenspiel der Faktoren. Ein Beispiel aus unserer Sprechstunde: Eine unauffällige Okklusionsstörung wird jahrelang muskulär kompensiert. Eine berufliche Belastungsphase führt zu Bruxismus. Die Kaumuskulatur kann sich verspannen, das Kiefergelenk kann schmerzen, und die Halswirbelsäule kann mit Verspannungen reagieren. Erst die individuelle Untersuchung zeigt, welche Faktoren im Einzelfall relevant sind. Für die Behandlung ist es daher sinnvoll, mögliche Einflussfaktoren gemeinsam zu betrachten.

Diagnose: So wird CMD festgestellt

Das Wichtigste auf einen Blick: Diagnostik
  • Ausführliche Anamnese zu Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensumständen
  • Klinische Funktionsanalyse von Kaumuskulatur, Kiefergelenken und Bewegungsmustern
  • Bildgebende Diagnostik: Röntgen, DVT/CBCT oder MRT je nach Fragestellung
  • Instrumentelle Funktionsanalyse zur Erfassung der Kieferbewegung, wenn indiziert
  • Interdisziplinäre Einbindung von Zahnarzt, Kieferorthopäden und Physiotherapeuten

Die Diagnose einer Craniomandibulären Dysfunktion basiert auf einer strukturierten, mehrstufigen Untersuchung. Als MKG-Fachärzte kombinieren wir die zahnmedizinische und die medizinische Perspektive. Das erlaubt uns, Zahn- und Bissverhältnisse sowie Gelenkstrukturen und muskuläre Befunde im Rahmen der jeweiligen Untersuchung zu beurteilen.

CMD-Diagnose beim MKG-Chirurgen Der Ablauf in vier Schritten Schritt 1 Anamnese Beschwerden, Schmerzdauer, Vorerkrankungen und Stressfaktoren werden erfragt Schritt 2 Klinische Funktionsanalyse Abtasten von Kiefergelenk und Kaumuskulatur, Mundöffnung und Bewegungsanalyse Schritt 3 Bildgebung Röntgen, MRT oder Axiographie je nach Befund; Darstellung des Diskus und Gelenks Schritt 4 Diagnose und Therapieplan Befundbesprechung, individueller Plan konservativ bis chirurgisch, Kooperation mit KFO Interdisziplinäre Zusammenarbeit Der MKG-Chirurg kooperiert je nach Befund mit Kieferorthopäden, Zahnarzt und Physiotherapeuten, um eine lückenlose Behandlung sicherzustellen. DOC Praxisklinik, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie | Stand September 2026
Diagnostischer Ablauf bei Verdacht auf eine Kiefergelenkstörung beim MKG-Chirurgen, von der Anamnese bis zum individuellen Therapieplan.
Chirurgischer Eingriff in der DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm
Chirurgischer Eingriff in der DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm.

Anamnese und klinische Untersuchung

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch. Wann treten die Beschwerden auf? Gibt es Auslöser? Bestehen weitere Symptome wie Kopfschmerzen oder Tinnitus? Anschließend tasten wir Kaumuskulatur und Kiefergelenke ab, beurteilen Mundöffnung, Seit- und Vorschub-Bewegungen und dokumentieren Gelenkgeräusche. Die Zahnkontakte und die Beweglichkeit der Halswirbelsäule fließen ebenfalls in die Bewertung ein.

Bildgebende Diagnostik

Zeigen sich in der klinischen Untersuchung Auffälligkeiten, folgt die passende Bildgebung. Ein digitales Volumentomogramm (DVT/CBCT) liefert dreidimensionale Aufnahmen der knöchernen Gelenkanteile, die je nach Fragestellung zur Beurteilung von Arthrosen oder Fehlstellungen herangezogen werden können. Für die Weichgewebe, insbesondere den Diskus, kann die Magnetresonanztomographie (MRT) eine geeignete Untersuchungsmethode sein. Ob und welche Bildgebung erforderlich ist, richtet sich nach dem klinischen Befund.

Interdisziplinäre Diagnostik

Kiefergelenkstörungen lassen sich nicht immer allein aus zahnmedizinischer Sicht klären. Wir arbeiten daher eng mit Ihrem Zahnarzt, Kieferorthopäden und, wenn nötig, mit Physiotherapeuten sowie Kollegen aus der HNO oder Neurologie zusammen. Diese interdisziplinäre Perspektive kann dazu beitragen, mögliche Differentialdiagnosen zu berücksichtigen und die Therapieplanung am individuellen Befund auszurichten.

CMD-Behandlung: Schiene, Physiotherapie und Kieferchirurgie

Das Wichtigste auf einen Blick: Behandlung
  • Stufenkonzept: von der Aufbissschiene bis zum chirurgischen Eingriff
  • Aufbissschiene: mögliche konservative Behandlungsoption bei Bruxismus und leichten bis mittelschweren Kiefergelenkbeschwerden; die Tragedauer richtet sich nach dem individuellen Befund.
  • Physiotherapie: begleitend zur Schiene, Schwerpunkt Kaumuskulatur und Halswirbelsäule, häufig über mehrere Wochen.
  • Kieferchirurgische Eingriffe (Arthrozentese, Arthroskopie) können bei bestimmten strukturellen Gelenkveränderungen oder anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Behandlung geprüft werden.
  • Diagnostik und Behandlung werden entsprechend dem individuellen Befund geplant.

Die Behandlung der Craniomandibulären Dysfunktion folgt einem Stufenkonzept: Wir beginnen mit den schonendsten Maßnahmen und steigern die Intensität nur, wenn es die Beschwerden erfordern. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem von Ursache, Ausprägung und Verlauf der Beschwerden ab. Chirurgische Eingriffe bleiben ausgewählten Situationen vorbehalten.

Behandlungspfad: Methoden, Dauer und Indikation im Überblick

MethodeTypische TherapiedauerAufwandIndikation
Aufbissschienein der Regel eine DauertherapieKonservativBruxismus, leichte bis mittelschwere Kiefergelenkstörung, Ersttherapie
Physiotherapie6 – 12 WochenKonservativMuskelverspannungen, myofaszialer Schmerz, begleitend zur Schiene
Kombinierte kieferorthopädisch-chirurgische Therapie12 – 24 MonateKombiniertKiefergelenkstörung durch Kieferdysgnathie, Zahnfehlstellung als Hauptursache
ArthrozenteseEinmaliger EingriffMinimal-invasivAkute Gelenkblockade, entzündliche Veränderungen, konservativ therapieresistent
Arthroskopie des KiefergelenksEingriff + 4 – 8 Wochen NachsorgeChirurgischDiskusverlagerung, strukturelle Gelenkveränderungen, chronische Therapieresistenz
Offene KiefergelenkchirurgieEingriff + 8 – 12 Wochen NachsorgeChirurgischSchwere strukturelle Gelenkzerstörung (z. B. Osteoarthrose), alle anderen Optionen ausgeschöpft
Hinweis zu den Therapiedauern

Angaben zu Therapiedauern sind Richtwerte; im Einzelfall entscheidet die individuelle Diagnose. Die Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen ist je nach Methode unterschiedlich, sprechen Sie uns darauf an.

Transparente Aufbissschiene auf einem Zahnmodell als häufigstes Hilfsmittel bei der konservativen CMD-Behandlung.
Transparente Aufbissschiene auf einem Zahnmodell als häufigstes Hilfsmittel bei der konservativen Behandlung.

Aufbissschiene und Okklusionskorrektur

Die individuell angefertigte Aufbissschiene kann bei geeigneter Indikation Bestandteil einer konservativen Therapie sein. Sie kann die Kontakte zwischen Ober- und Unterkiefer verändern und möglicherweise zur Entlastung der Kaumuskulatur beitragen. Außerdem kann sie bei Bruxismus zum Schutz der Zähne vor weiterer mechanischer Belastung eingesetzt werden. Getragen wird die Schiene überwiegend nachts; bei starkem Bruxismus kann auch eine Verwendung tagsüber sinnvoll sein. Die Tragedauer richtet sich nach dem Befund und wird individuell festgelegt. Zeigen sich Störkontakte, kann eine gezielte Okklusionskorrektur nach sorgfältiger Befundprüfung erwogen werden.

Physiotherapie und begleitende Maßnahmen

Verspannte Kaumuskulatur und Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule können durch gezielte Physiotherapie behandelt werden. Manuelle Therapie, Dehnungsübungen und Haltungsschulung können je nach Befund die Schienentherapie ergänzen. Wir stimmen die Behandlung eng mit spezialisierten Physiotherapeuten ab. Ergänzend können Wärmebehandlung und Selbstübungen sinnvoll sein.

Kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie

Liegen der Kiefergelenkstörung ausgeprägte Zahn- oder Kieferfehlstellungen zugrunde, reicht die Schiene allein möglicherweise nicht aus. Hier greift unsere kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie: In Kooperation mit dem Kieferorthopäden werden die Zahnstellungen zunächst kieferorthopädisch vorbereitet, anschließend korrigieren wir die Lage der Kiefer chirurgisch, wenn dies nach gemeinsamer Befundbewertung angezeigt ist. Auch der Ersatz fehlender Zähne durch dentale Implantate kann Teil des Konzepts sein, wenn Zahnlücken okklusale Störungen verursachen.

Interdisziplinäre Betreuung

Weil die Erkrankung ein multifaktorielles Krankheitsbild ist, arbeiten wir grundsätzlich interdisziplinär. Neben Zahnarzt, Kieferorthopäden und Physiotherapeuten können bei stressbedingten Ursachen psychotherapeutische Verfahren zur Entspannung und Stressbewältigung sinnvoll sein. Diese Behandlung erfolgt über spezialisierte Kolleginnen und Kollegen und ist nicht Teil unserer Praxisleistung.

Wann ist ein chirurgischer Eingriff bei CMD sinnvoll?

Ein chirurgischer Eingriff kommt bei Craniomandibulärer Dysfunktion nur infrage, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder klare strukturelle Schäden am Kiefergelenk vorliegen. Als Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie beraten wir zu verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten – von der Aufbissschiene bis zur offenen Kiefergelenkoperation – und führen diese entsprechend der medizinischen Indikation durch.

Akute versus chronische Kiefergelenkstörung

Bei akuter Kiefergelenkstörung, ausgelöst durch ein plötzliches Ereignis wie eine Zahnbehandlung oder ein Trauma, werden zunächst in der Regel konservative Maßnahmen geprüft. Bei chronischen Verläufen mit strukturellen Veränderungen, etwa einer fixierten Diskusverlagerung oder einer fortgeschrittenen Kiefergelenkarthrose, kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht kommen, wenn andere Behandlungsoptionen nicht ausreichend sind. Eine Aussage über den zu erwartenden Behandlungserfolg ist erst nach individueller Untersuchung möglich.

Chirurgische Optionen im Überblick

VerfahrenIndikationZugang
Kiefergelenkspülung (Arthrozentese)Blockierte Mundöffnung, akute EntzündungMinimal-invasiv, ambulant
Arthroskopie des KiefergelenksDiskusverlagerung, VerwachsungenEndoskopisch, ambulant oder stationär
Offene KiefergelenkchirurgieFortgeschrittene Strukturschäden, GelenkersatzStationär
Risiken und Grenzen chirurgischer Eingriffe

Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen auch bei Kiefergelenkoperationen Risiken. Nach einer Arthroskopie oder offenen Gelenkchirurgie können vorübergehende Schwellungen, Taubheitsgefühle oder feine Narben auftreten. Bei der offenen Kiefergelenkchirurgie ist ein Rezidiv möglich, besonders wenn auslösende Faktoren wie Bruxismus nicht begleitend behandelt werden. Wir besprechen diese Aspekte vor jedem Eingriff offen mit Ihnen, damit Sie eine informierte Entscheidung treffen können.

Prognose und Behandlungsdauer

Die konservative Behandlung erstreckt sich über drei bis sechs Monate; bei chronischen Verläufen auch länger. Chirurgische Eingriffe wie die Arthrozentese können bei geeigneter Indikation zu einer zeitnahen Veränderung der Beschwerden führen; Zeitpunkt und Ausmaß sind individuell unterschiedlich. Nach einer Kiefergelenk-Arthroskopie schließen sich Physiotherapie und eine begleitende Schienentherapie an, deren Umfang vom Verlauf abhängt. Offene Eingriffe am Kiefergelenk erfordern eine längere Rehabilitationsphase und werden nur bei entsprechender Indikation empfohlen.

Unser Behandlungsprinzip

Wir wählen immer den schonendsten Weg, der nach aktuellem Befund und gemeinsamer Abwägung zum Ziel führen kann. Die Entscheidung für einen chirurgischen Eingriff treffen wir ausschließlich dann gemeinsam mit Ihnen, wenn konservative Verfahren nicht ausreichen und ein klarer struktureller Befund vorliegt.

Beratung · unverbindlich Sie vermuten, dass eine Kiefergelenkstörung hinter Ihren Beschwerden steckt? Als MKG-Fachärzte begleiten wir Sie von der ersten Diagnose bis zur langfristigen Nachsorge. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxisklinik für eine ganzheitliche Abklärung.
CMD

Was Patienten uns zur Craniomandibulären Dysfunktion fragen.

Häufige Fragen

Fragen zu CMD in Neu-Ulm.

    Ist CMD heilbar?

    CMD ist abhängig von Ursache, Ausprägung und Verlauf unterschiedlich behandelbar. Bei akuten Verläufen können sich Beschwerden unter geeigneter Behandlung deutlich bessern. Chronische Formen mit strukturellen Gelenkveränderungen erfordern unter Umständen eine längerfristige Betreuung. Eine Beschwerdereduktion oder Vermeidung von Rückfällen kann angestrebt werden, lässt sich aber nicht in jedem Einzelfall garantieren.

    Helfen Schienen wirklich bei CMD?

    Aufbissschienen können bei bestimmten Befunden eine geeignete konservative Behandlungsoption sein. Sie können die Belastung der Zähne durch Bruxismus reduzieren und möglicherweise zur Entlastung der Kaumuskulatur beitragen. Wichtig sind die passgenaue Anfertigung und regelmäßige Kontrollen über drei bis sechs Monate oder entsprechend der individuellen Empfehlung. Bei ausgeprägten Zahnfehlstellungen als Ursache reicht die Schiene allein möglicherweise nicht aus.

    Kann CMD Tinnitus verursachen?

    Tinnitus kann gemeinsam mit einer Kiefergelenkstörung auftreten. Ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich jedoch nicht in jedem Fall feststellen. Die enge anatomische Nachbarschaft zwischen Kiefergelenk, Ohrmuskulatur und Mittelohr ist ein möglicher Erklärungsansatz, ersetzt aber keine HNO-ärztliche Abklärung. Verspannungen der Kaumuskulatur können mit Ohrbeschwerden verbunden sein. Ob eine Behandlung der Kiefergelenkstörung die Ohrgeräusche beeinflusst, ist individuell und kann nicht garantiert werden.

    Welcher Arzt behandelt CMD?

    Die Diagnose und Therapie liegt an der Schnittstelle mehrerer Fachgebiete. Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie können insbesondere bei strukturellen oder chirurgisch zu beurteilenden Befunden ein geeigneter Ansprechpartner sein, weil sie durch das Doppelstudium Human- und Zahnmedizin sowohl den Kieferaspekt als auch chirurgische Optionen abdecken. Die Behandlung erfolgt in enger Kooperation mit Ihrem Zahnarzt, dem Kieferorthopäden und der Physiotherapie.

    Wie lange dauert eine CMD-Behandlung?

    Die konservative Therapie mit Schiene und begleitender Physiotherapie umfasst häufig drei bis sechs Monate. Chronische Verläufe können eine längere Betreuung erfordern. Nach einer Kiefergelenkspülung (Arthrozentese) können sich Beschwerden innerhalb weniger Wochen verändern oder bessern; der Verlauf ist individuell. Kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinationstherapien erstrecken sich über mehrere Monate bis zu ein bis zwei Jahren.

    Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung?

    Die Kostenübernahme richtet sich nach Art der Leistung und Ihrem Versicherungsstatus. Wir informieren Sie im persönlichen Beratungsgespräch transparent über die konkreten Kosten und Erstattungsmöglichkeiten Ihrer Behandlung. Eine verbindliche Kostenübernahme kann nur die jeweils zuständige Krankenkasse bestätigen.

Behandlungsraum der DOC Praxisklinik im Wiley in Neu-Ulm
DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm

Fachpraxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Sprechzeiten telefonisch: Mo, Mi 08:00–13:00 & 14:00–18:00 Uhr · Di 08:00–14:00 & 15:00–20:00 Uhr · Do 08:00–14:00 & 15:00–20:00 Uhr · Fr 08:00–12:00 & 13:00–16:00 Uhr

Weitere Informationen: MKG-Chirurgie · Unsere Ärzte

Empfangsbereich der DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm.

Termin · unverbindlich

Ihre Kiefergelenkbeschwerden in erfahrenen Händen.

Als MKG-Fachärzte begleiten wir Sie von der ersten Diagnose bis zur langfristigen Nachsorge — aus einer Hand in Neu-Ulm.