Ihr erster Überblick
Wenn ein bleibender Zahn nicht wie erwartet erscheint, bleibt das zunächst oft unauffällig. Beschwerden entstehen häufig erst, wenn Nachbarzähne verdrängt werden oder sich Entzündungen bilden. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen sachlich, was hinter dem Begriff „retinierter Zahn" steht, welche Zähne besonders betroffen sind und welche Behandlungswege in unserer Praxisklinik in Neu-Ulm für Sie infrage kommen.
Was ist ein retinierter Zahn, und welche Zähne sind betroffen?
Ein retinierter Zahn ist ein Zahn, der zum üblichen Zeitpunkt nicht in die Zahnreihe durchbricht und im Kieferknochen zurückbleibt. Am häufigsten sind untere und obere Weisheitszähne sowie obere Eckzähne betroffen. Ursachen sind vor allem Platzmangel im Kiefer, ungünstige Zahnwinkel, überzählige Zahnanlagen oder eine gestörte Zahnentwicklung.
- Retiniert: Der Zahn ist zum erwarteten Zeitpunkt nicht durchgebrochen und liegt noch im Knochen oder unter dem Zahnfleisch.
- Verlagert: Der Zahn liegt in einer abweichenden Position oder Neigung, der Durchbruch entlang der normalen Achse ist unwahrscheinlich.
- Impaktiert: Der Durchbruch ist mechanisch blockiert, meist durch Knochen oder einen benachbarten Zahn.
Ein unbehandelter retinierter Zahn kann ernsthafte Folgeschäden verursachen: Er bildet mitunter eine follikuläre Zyste um die Zahnkrone, resorbiert benachbarte Wurzeln durch Druck, löst wiederkehrende Entzündungen des umliegenden Zahnfleisches aus oder begünstigt Zahnfehlstellungen. Ob und wann eine Behandlung sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen auf Basis einer klinischen Untersuchung, einer Übersichtsröntgenaufnahme und bei Bedarf einer 3-D-Röntgendiagnostik, mit der wir die Lage des Zahns und den Bezug zu Nachbarstrukturen präzise beurteilen können.
Behandlung retinierter Zähne: Freilegung, Anschlingen oder Entfernung
Je nach Lage, Alter und Zahnzustand kommen zwei Behandlungswege in Betracht: die chirurgische Freilegung mit kieferorthopädischem Anschlingen oder die schonende Entfernung des Zahns.
Behandlungsablauf: retinierter Zahn
Wählen Sie den für Sie relevanten Behandlungsweg
3-D-Röntgendiagnostik bei Bedarf
Mit einem digitalen 3-D-Röntgen (DVT) wird die genaue Lage des retinierten Zahns im Kieferknochen bestimmt. So lässt sich der optimale Zugangsweg planen, ohne umliegende Strukturen zu gefährden.
Lokalanästhesie oder Sedierung
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. Angstpatienten können auf Wunsch eine Sedierung erhalten, um den Ablauf entspannt zu erleben.
Chirurgische Freilegung
Das Zahnfleisch wird über dem retinierten Zahn vorsichtig eröffnet. Je nach Lage wird auch etwas Knochen abgetragen, um die Zahnkrone freizulegen.
Anschlingen
Am freigelegten Zahn wird ein kleines Bracket oder Häkchen befestigt. Über einen feinen Golddraht ist der Zahn mit der Zahnspange verbunden; der Kieferorthopäde bewegt ihn so Schritt für Schritt in die gewünschte Position.
Nahtentfernung & Nachsorge
Die Nähte werden in der Regel nach 7 – 10 Tagen entfernt. Die vollständige Wundheilung dauert 4 – 6 Wochen. Danach begleitet der Kieferorthopäde die weitere Zahnbewegung.
Diagnose und Operationsplanung
Das 3-D-Röntgen zeigt Lage, Neigung und Wurzelverlauf des retinierten Zahns. Bei ungünstiger Position oder nachgewiesener Zyste wird die Entfernung geplant.
Anästhesie nach Ihrem Bedarf
Lokalanästhesie ist der Standard. Für Angstpatienten steht Sedierung zur Verfügung, die Sedierung versetzt Sie in einen angenehm entspannten Zustand, ohne dass eine Vollnarkose nötig ist.
Chirurgischer Zugang und Entfernung
Das Zahnfleisch wird eröffnet, bei Bedarf wird der überlagernde Knochen vorsichtig abgetragen. Der Zahn wird ggf. in Segmente geteilt und schonend entfernt.
Wundversorgung
Die Wunde wird mit resorbierbaren oder nicht-resorbierbaren Nähten verschlossen. Sie erhalten genaue Anweisungen zur Nachsorge sowie ein Rezept bei Bedarf.
Heilung
Die meisten Patienten sind nach 3 – 7 Tagen wieder arbeitsfähig. Die vollständige Heilung des Knochens dauert 4 – 6 Monate. Die Erfolgsrate bei komplikationsfreier Entfernung liegt bei 95 – 99 %.
Freilegung und Anschlingen im Rahmen einer kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Therapie
Liegt der Zahn, häufig ein oberer Eckzahn, in einer sinnvollen Position, kann er in die Zahnreihe integriert werden. Wir legen die Zahnkrone in einem kurzen Eingriff, meist in Lokalanästhesie, chirurgisch frei und befestigen ein kleines Attachment mit einer feinen Kette. Über diese Kette wird der Zahn kieferorthopädisch schrittweise in die richtige Position bewegt. Diese kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie ist im Jugendalter besonders vorhersagbar, weil die Zähne im Knochen noch beweglicher sind.
Chirurgische Entfernung des retinierten Zahns
Ist eine Integration nicht möglich oder nicht sinnvoll, etwa bei stark verlagerten Weisheitszähnen, ausgeprägter Zystenbildung oder Druck auf Nachbarzähne, entfernen wir den Zahn schonend im Rahmen der Oralchirurgie. Auf Wunsch führen wir den Eingriff unter Sedierung durch. Gerade für Angstpatienten macht Sedierung den Eingriff deutlich angenehmer. Die Fäden entfernen wir in der Regel nach etwa zehn Tagen.
Beratung · unverbindlich Sie vermuten einen retinierten Zahn?Retinierten Zahn in Neu-Ulm behandeln lassen
In der DOC Praxisklinik im Wiley diagnostizieren und behandeln wir retinierte Zähne unter der Leitung von Dr. med. Leif-Konradin Sailer – mit chirurgischer Präzision, moderner 3-D-Bildgebung und einem klaren Fokus auf Ihre individuelle Situation. Wir nutzen bei Bedarf 3-D-Röntgen für eine präzise Lagebestimmung, verbinden mund-, kiefer- und gesichtschirurgische Expertise mit oralchirurgischer Präzision und führen den Eingriff auf Wunsch unter Sedierung durch. Wir nehmen uns Zeit für eine ausführliche Aufklärung und legen den nächsten Schritt erst dann gemeinsam mit Ihnen fest, wenn Sie alle Optionen kennen.
